21-Mar-2001 - Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V. (GDCh)

Chemiedozententagung 2001: Hohe Auszeichnungen für verdiente Forscher und Nachwuchswissenschaftler

Am 19. März 2001 hat die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) im Leipziger Gewandhaus drei hochrangige deutsche Chemiepreise verliehen. Den Wilhelm-Klemm-Preis erhielt der Berliner Wissenschaftler Professor Dr. Konrad Seppelt, mit dem Horst-Pracejus-Preis wurde Professor Dr. Günter Helmchen aus Heidelberg ausgezeichnet und der Carl-Duisberg-Gedächtnispreis ging an Professor Dr. Hendrik Zipse, München. Drei Habilitationsarbeiten junger Nachwuchswissenschaftler wurden mit Jahrespreisen gewürdigt.

Der Wilhelm-Klemm-Preis erinnert an den herausragenden Münsteraner Anorganiker Wilhelm Klemm (1896 - 1985). Mit dem Preis werden besondere wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der anorganischen Chemie gewürdigt. Konrad Seppelt vom Institut für Chemie der Freien Universität Berlin gilt als einer der weltweit führenden Forscher auf dem Gebiet der anorganischen Molekülchemie, besonders der Fluorchemie. Er hat neue Maßstäbe für Kreativität und Originalität in der chemischen Forschung gesetzt. Vielbeachtet sind seine Arbeiten über Edelgas-Fluorverbindungen und neuartige fluororganische Verbindungen. Darüber hinaus gelang es ihm, stöchiometrisch "einfache" Verbindungen herzustellen, die sich bislang einer Synthese entzogen hatten. Seppelt wurde 1944 in Leipzig geboren. Er studierte in Hamburg und Heidelberg Chemie, habilitierte sich 1974 und nahm 1980 den Ruf auf die C 4-Professur an die FU Berlin an.

Der neu geschaffene Horst-Pracejus-Preis - er erinnert an den Rostocker Katalyseforscher Horst Pracejus (1927 - 1987) - wurde nach 1999 nun zum zweiten Mal verliehen, und zwar, bestimmungsgemäß für herausragende Arbeiten zum Forschungskonzept Chiralität, an Günter Helmchen vom Organisch-Chemischen Institut der Universität Heidelberg. Helmchen hat international vielbeachtete grundlegende Arbeiten zur Stereochemie und asymmetrischen Synthese veröffentlicht. Seine Erkenntnisse sind Grundlage für erfolgversprechende Rezepte für neue hocheffiziente Synthesemethoden. Für diese hat er vielseitig verwendbare chirale Auxiliare und enantioselektive Katalysatoren erschlossen. Der Übergangsmetall-Katalyse hat er entscheidende Impulse gegeben. Helmchen wurde 1940 in Groß-Lipke (heute Polen) geboren. Er studierte in Hannover Chemie, promovierte an der ETH Zürich und habilitierte sich an der Universität in Stuttgart. Nach einer C 3-Professur in Würzburg ist er seit 1985 C 4-Professor in Heidelberg.

Der Carl-Duisberg-Gedächtnispreis erinnert an den 1935 verstorbenen Leverkusener Industriechemiker Carl Duisberg und wird an junge habilitierte Wissenschaftler vergeben, die sich durch originelle Arbeiten hervorgetan haben. Diesjähriger Preisträger ist Hendrik Zipse vom Department Chemie der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er hat auf dem Gebiet der theoretischen organischen Chemie Herausragendes geleistet, indem er z. B. quantenchemische Methoden auf fundamentale Probleme der Radikalchemie angewendet hat. Mit Berechnungen von Übergangszuständen enzymatischer Reaktionen hat er auch eine Brücke zur bioorganischen Chemie geschlagen. Als originell und zukunftsträchtig gilt das von ihm für die Erklärung organischer und biochemischer Reaktionen vorgeschlagene Methylenologie-Prinzip. Zipse wurde 1962 in Heidelberg geboren, studierte in Darmstadt Chemie, promovierte an der Universität Basel und habilitierte sich an der TU Berlin. Seit 1998 ist er C 3-Professor in München.

Alle o. g. Preise werden von der Gesellschaft Deutscher Chemiker verliehen. Deren Arbeitsgemeinschaft Deutscher Universitätsprofessoren für Chemie vergab in Leipzig anlässlich der Chemiedozententagung ihre Jahrespreise 2000. Preisträger sind Dr. Rainer Haag vom Institut für Makromolekulare Chemie der Universität Freiburg/Freiburger Materialforschungszentrum, der für die Entwicklung neuartiger Polymere ausgezeichnet wurde, sowie Professor Dr. Werner Nau, der sich an der Universität Basel mit dem Schwerpunkt Photochemie befasst, und Dr. Kay Severin, der an

Facts, background information, dossiers
  • Universität Freiburg
  • Universität Basel
  • GDCh
  • Fluorchemie
  • ETH Zürich
  • ERC
More about GDCh
  • News

    August Wilhelm von Hofmann commemorative medal for the founders of the concept of green chemistry

    The German Chemical Society (GDCh) honors Professor Dr. Paul T. Anastas and Professor Dr. John C. Warner for her special services to chemistry with the August Wilhelm von Hofmann commemorative medal. The GDCh thus honors the awardee as the founders of the concept of green chemistry, for whi ... more

    News from the world of analytics

    From June 21 to 24, 2022, analytica, the world's leading trade fair for laboratory technology, analytics and biotechnology, will take place for the 28th time at the Munich Exhibition Center. It will be accompanied by the analytica conference from June 21 to 23. In numerous sessions, scienti ... more

    Infrared in the heel

    Substances that emit light in the near infrared (NIR) range are needed for a wide variety of applications, from fibre-optic telecommunications to imaging techniques for biomedicine. A Swiss research team has now for the first time developed a chromium complex that emits light in the coveted ... more

  • Companies

    Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V. (GDCh)

    The Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) is the largest chemical society in continental Europe with members from academe, industry and other areas. The GDCh supports chemistry in teaching, research and application and promotes the understanding of chemistry in the public. The society, a r ... more